DAS LAND:
Thüringen gehört zu den geschichtsträchtigsten Landschaften Deutschlands. Die ausgeprägte kulturelle Dichte des Landes legt Zeugnis ab von einer bewegten Geschichte vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart.

DIE ANFÄNGE:
In das Licht der schriftlichen Überlieferung treten die Thüringer bereits um 400 n. Chr. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts erstreckte sich ihr Königreich von der Donau bis in das nördliche Harzvorland. 531 zerbricht es unter dem Ansturm der Franken. Die Eingliederung in das fränkische Großreich und die Christianisierung bilden die Grundlagen für die Entwicklung Thüringens im Hochmittelalter.

DIE LANDGRAFEN:
In der Stauferzeit steigen die Ludowinger als Landgrafen von Thüringen zu den mächtigsten Fürsten des Reiches auf. Die Wartburg bei Eisenach, die Burg Weißensee und die Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut zeugen noch heute auf eindrucksvolle Weise von ihrem hohen Rang und der kulturellen Blüte ihres Hofes.

DIE STADT IM ZENTRUM:
Erfurt entwickelt sich zum wirtschaftlichen, kirchlichen und kulturellen Mittelpunkt des Landes und gehört im Hoch- und Spätmittelalter zu den bedeutendsten Städten im deutschen Reich. 1392 wird die Universität gegründet, die Studenten aus ganz Europa anzieht. Um 1500 gehörte auch der spätere Reformator Martin Luther zu ihnen.

EIN NEUES ZEITALTER:
In der Reformation ist Thüringen einer der Hauptschauplätze des Geschehens. Seit dem 17. Jahrhundert entwickeln sich die Fürstenhöfe in Gotha, Rudolstadt, Meiningen, Altenburg und vor allem Weimar zu blühenden kulturellen Zentren, die namhafte Gelehrte, Dichter und Künstler nach Thüringen ziehen.

DIE MODERNE:
Im 19. Jahrhundert verändern aufstrebendes Bürgertum, Industrialisierung und die großen politischen Bewegungen der Zeit, Liberalismus, Parlamentarismus und Sozialdemokratie, das Land. Prägende Spuren haben aber auch die Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts hinterlassen. Der Name Weimar steht für die erste Republik auf deutschem Boden. Buchenwald fordert zum Gedenken und zur Diskussion über die nationalsozialistische Vergangenheit auf. Die Auflösung des Landes Thüringen 1952 und die darauffolgende Gliederung in die Bezirke Gera, Erfurt und Suhl, die regionale, jedoch zentralistisch gesteuerte Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft in der DDR, die Friedliche Revolution 1989 und die Wiederbegründung des Freistaats Thüringen 1992 gehören zur jüngsten Vergangenheit.